11
Apr
2018

Digitaler Binnenmarkt: Abstimmung über Urheberrechtsrichtlinie erneut verschoben

Einer der Grundpfeiler des geplanten Digitalen Binnenmarktes soll das reformierte (digitale) Urheberrecht warden. Doch der Reformprozess stockt. Der Kommissionsentwurf einer neuen Urheberrechtsrichtlinie datiert vom 14. September 2016 (COM (2016) 593 final). Die Richtlinie soll die Europäische Union fit machen für die Herausforderungen, welche das „Online Business“ an den Schutz, aber auch die Verwertung urheberechtlich geschützer Inhalte richtet.

Doch darüber, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen in einem digitalen Binnenmarkt konkret aussehen sollen, wird derzeit in Brüssel und Straßburg heftig debattiert. Offenkundig gelingt es dem Parlament derzeit nicht, eine einheitliche Position zu entwickeln. Der federführende Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments (JURI) hat den Termin für die finale Abstimmung heute ein weiteres Mal verschoben – vom 23./24. April 2018 auf den 20./21. Juni 2018. Der Bericht des Ausschusses soll als Grundlage für die Positionierung des Parlaments im anschließenden Trilog mit Rat und Kommission dienen.

Zur Debatte stehen insbesondere Fragen zur Umsetzung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger (Artikel 11) und etwaige Überprüfungspflichten für Plattform-Betreiber (Artikel 13). Erst kürzlich wurde ein Kompromissvorschlag seitens des Rats präsentiert (vgl. hierzu unseren Blogbeitrag). Einige weitere Dokumente, die im Laufe der letzten Wochen geleakt sind, gewähren einen guten Einblick in die Diskussion im JURI, in der unterschiedlichste Interessen aufeinander prallen (Kompromissvorschlag zu Artikel 11 und 13 und zu weiteren Artikeln). Um diese Diskussion gründlich führen zu können, hat der Rechtsausschuss nun bis Zeit Mitte Juni.

9
Apr
2018

Neue Pflichten für Plattform-Betreiber – Wo stehen wir?

Die Reform des europäischen Urheberrechts steht im Zentrum der Bestrebungen der Europäischen Kommission, einen real existierenden Digitalen Binnenmarkt zu schaffen. Der Entwurf einer neuen Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt („Urheberrechtsrichtlinie“, COM (2016) 593) datiert bereits vom 14. September 2016. Während viele Regelungen des Richtlinienentwurfs zwischenzeitlich final abgestimmt werden konnten, stehen sich bei einer zentralen Norm, dem Art. 13 RL-Entwurf die Positionen noch konträr gegenüber (vgl. auch unsere vorangegangenen Blogbeiträge hier und hier):. Es geht um die Verpflichtung bestimmter Plattform-Betreiber zur Implementierung von Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen. Hier bereitet insbesondere die Abstimmung mit dem Safe Harbour-Prinzip der e-Commerce Richtlinie 2000/31 Schwierigkeiten.

Ende März hat nun der Rat einen Vorstoß unternommen und einen Kompromissvorschlag zur Formulierung des Art. 13 RL-Entwurf vorgelegt. Nahezu zeitgleich wurde eine überarbeitete Fassung des Parlaments-Rapporteurs Axel Voss „geleakt“. Offenkundig sind beide Kompromissvorschläge von einem gemeinsamen Bestreben geprägt, nun zeitnah zu einem finalen Textvorschlag zu kommen. » Lesen Sie mehr

26
Sep
2017

Blockchain – Use Case Copyright

Im Zusammenhang mit der digitalen Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke macht der Begriff der „value gap“ seit geraumer Zeit die Runde. Dabei geht es um die Frage, ob Urheber und Rechteinhaber bei der Verwendung und Anzeige ihrer Werke auf Internetplattformen hinreichend an den dort erzielten Erlösen beteiligt werden. Die Europäische Kommission hat diesen Aspekt unlängst im Rahmen ihrer Strategie für einen Digitalen Binnenmarkt, genauer gesagt im Kontext ihres Entwurfs für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt (COM(2016 593 final), aufgegriffen und ein schärferes Monitoring für bestimmte Plattformbetreiber gefordert. Ob dies so kommen wird, ist noch offen. Dass die Blockchain-Technologie Optionen für die Rückverfolgung der Lizenzkette bis hin zum Urheber und damit dessen Partizipation an den im Netz erzielten Einnahmen bietet, dürfte unbestreitbar sein. Die Frage ist nur, wo macht dies Sinn? » Lesen Sie mehr