10
Jul
2018
Legal

Kammergericht: Deutsche Digitale Bibliothek obsiegt in Streit um Framing

In einem derzeit anhängigen Musterprozess zu Fragen technischer Maßnahmen zur Verhinderung von Framing hat das Berliner Kammergericht am 18. Juni 2018 in zweiter Instanz ein wegweisendes Urteil gefällt (Az.: 24 U 146/17). Die Richter kommen zu dem Schluss, dass eine Verwertungsgesellschaft die Erteilung von Nutzungsrechten an Vorschaubildern nicht davon abhängig machen darf, dass der Verwender dieser Bilder seine Website mit technischen Maßnahmen versieht, die es Dritten unmöglich machen, die Vorschaubilder per Frame in die eigene Website einzubinden.

In dem Verfahren stehen sich die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) und die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) gegenüber. Beide Seiten haben sich in konstruktiven Verhandlungen (fast) auf einen Lizenzvertrag verständigt, der es der DDB ermöglichen sollte, auf deren Portal – neben diversen Metadaten – auch Vorschaubilder einzelner, in deutschen Museen und Archiven zu findenden Werke anzuzeigen. Der Lizenzvertrag sollte zugleich auch den mit der DDB kooperierenden Kultur- und Wissenseinrichtungen Rechtssicherheit bieten.

Der letzte offene Punkt war und ist der von der VG Bild-Kunst geforderte „Framingschutz“. Da hierzu keine Einigung erzielt werden konnte, verständigten sich beide Seiten auf eine richterliche Klärung dieser Rechtsfrage. Das Landgericht Berlin hat in erster Instanz die Feststellungsklage der DDB abgewiesen, ohne sich mit dem Inhalt der Klage zu befassen. Damit war aber keiner der beiden Seiten geholfen. Das Kammergericht hat nun entschieden, dass ein solcher Framingschutz nicht gefordert werden darf. Die Richter haben allerdings angesichts der Bedeutung der Sache die Revision zugelassen. Der Bundesgerichtshof wird also voraussichtlich das letzte Wort haben. » Lesen Sie mehr

17
Apr
2015
Bücher aufgeschlagen

TU Darmstadt erstreitet mit Hogan Lovells Grundsatzurteil zu § 52b UrhG

Bereits seit 2009 rangen Bibliotheken und Verleger um die Auslegung des § 52b UrhG, der das elektronische Angebot sogenannter „Leseplätze“ in Bibliotheken regelt. Bis hin zum EuGH trugen die Parteien ihren Rechtsstreit aus. Die Luxemburger Richter gaben schließlich im September 2014 die Richtung vor. Nunmehr entschied der Bundesgerichtshof (BGH) vollumfänglich zugunsten der TU Darmstadt. Diese darf nach der gestrigen Entscheidung ihre Bestandswerke digitalisieren und diese in den eigenen Räumlichkeiten an elektronischen Leseplätze anbieten, an denen Professoren wie Studenten die Digitalisate nicht nur lesen, sondern auch ausdrucken und auf einem USB-Stick speichern und mitnehmen können. » Lesen Sie mehr