30
Okt
2017
Starttaste Computer
Tim Wybitul
Arbeitsrecht, Compliance / Frankfurt
E-Mail: tim.wybitul@hoganlovells.com
Telefon: +49 69 962 36 358
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Tim Wybitul

F.A.Z.-Kolumne “Mein Urteil” – Der neue Beschäftigtendatenschutz nach dem BAG

Bundesarbeitsgericht nimmt Vorgaben des künftigen Beschäftigtendatenschutzes nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung vorweg

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem aktuellen Urteil seine Vorgaben zum Beschäftigtendatenschutz am Arbeitsplatz zusammengefasst. Einen kurzen Überblick aus der F.A.Z. finden Sie hier, einen ausführlicheren Überblick können Sie hier abrufen. Im Ergebnis nehmen die Richter bereits jetzt auch schon die künftigen Vorgaben des Datenschutzes am Arbeitsplatz in Bezug. Denn das BAG sieht die Vorhersehbarkeit einer Kontrolle eines Beschäftigten als maßgebliche Richtschnur für die Zulässigkeit einer solchen Überwachung an. Dies entspricht bereits heute den Maßstäben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Richter wenden in ihrer aktuellen Rechtsprechung bereits die wesentlichen Kriterien der künftigen Rechtslage an, indem sie vor allem die Transparenz der Verarbeitung als wesentliches Kriterium für dessen Zulässigkeit einordnen.

BAG wendet im Ergebnis bereits heute Vorgaben der DSGVO an

Bei der Anwendung des heute noch in § 32 BDSG-alt geregelten Beschäftigtendatenschutzes orientiert sich das BAG erkennbar bereits an den Vorgaben der DSGVO. Nach Erwägungsgrund 47 zur DSGVO sind bei der Frage nach dem Vorliegen eines berechtigten Interesses “die vernünftigen Erwartungen der betroffenen Person” (hier des kontrollierten Mitarbeiters), “die auf ihrer Beziehung zu dem Verantwortlichen beruhen” (dem Arbeitgeber), zu berücksichtigen. “Auf jeden Fall wäre das Bestehen eines berechtigten Interesses besonders sorgfältig abzuwägen, wobei auch zu prüfen ist, ob eine betroffene Person zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten und angesichts der Umstände, unter denen sie erfolgt, vernünftigerweise absehen kann, dass möglicherweise eine Verarbeitung zu diesem Zweck erfolgen wird.” Fehlt es an dieser Vorhersehbarkeit, lässt sich eine Kontrolle oder eine sonstige Datenverarbeitung in aller Regel nicht auf die berechtigten Interessen des Arbeitgebers stützen. Für die Praxis hat das vor allem die Folge, dass Arbeitgeber ein hohes Eigeninteresse daran haben, ihre Mitarbeiter möglichst klar uns transparent darüber zu informieren, wie sie deren Daten verarbeiten.

Fortgeltung der hohen Standards beim Beschäftigtendatenschutz auch nach DSGVO und BDSG-neu

Damit wenden die Bundesarbeitsrichter bereits heute die wesentlichen Vorgaben der DSGVO an. Dies entspricht auch dem Willen des deutschen Gesetzgebers, der in der Gesetzesbegründung zum in § 26 BDSG-neu geregelten künftigen Beschäftigtendatenschutz hervorhebt, dass diese Vorschrift den bisherigen § 32 BDSG-alt fortführen soll. Auch nach dem Willen des Gesetzgebers sollen die hohen Standards fortgelten, die die Arbeitsgerichte bislang zum derzeit noch geltenden § 32 BDSG-alt aufgestellt haben. Einen Überblick über unsere entsprechenden Blog-Beiträge zum bisherigen und dem künftigen Beschäftigtendatenschutz  finden Sie hier.

Praktische Hilfe beim Vorbereiten von Betriebsvereinbarungen nach der DSGVO

Arbeitgeber sind gut beraten, wenn Sie die Anforderungen des BAG auch bei Abschluss von Betriebsvereinbarungen berücksichtigen. Viele Unternehmen verhandeln bereits intensiv mit ihren Betriebsräten über Rahmenvereinbarungen zur Anpassung bestehender Betriebsvereinbarungen an die Vorgaben von Art. 88 DSGVO und § 26 BDSG-neu. Nur wenigen Unternehmen wird es gelingen, jede einzelne Betriebsvereinbarung an das neue Recht anzupassen. Daher ist der Abschluss entsprechender Rahmenbetriebsvereinbarungen in der Praxis oftmals der zweckmäßigere Weg, die neuen Anforderungen sicher umzusetzen.

Gerne teilen wir mit Ihnen unsere Erfahrungen aus entsprechenden Verhandlungen mit Betriebsräten und beraten Sie zu den wesentlichen Anforderungen und Regelungen, die Betriebsvereinbarungen künftig umfassen sollten, um dem neuen Recht zu entsprechen.

30
Aug
2017
Bundesarbeitsgericht Erfurt

Prozessvergleich über Sozialplanabfindung nur mit Zustimmung des Betriebsrats wirksam

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat klargestellt, dass ein Arbeitnehmer auf Ansprüche aus einer Betriebsvereinbarung (u.a. Sozialplan) nur mit dem Einverständnis des Betriebsrats verzichten kann. Die Erfurter Richter erklärten eine Abgeltungsklausel in einem Prozessvergleich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich auch auf eine Sozialplanabfindung bezog, für unwirksam. Denn der Betriebsrat hatte dem darin enthaltenen Verzicht auf die Sozialplanabfindung nicht zugestimmt (vgl. § 77 Abs. 4 Satz 2 BetrVG; Az. 1 AZR 714/15). Damit führt das BAG seine Rechtsprechung fort (vgl. BAG v. 27. Januar 2004 – 1 AZR 148/03). » Lesen Sie mehr

17
Aug
2017
Legal

Ausschluss datenschutzwidrig durch den Betriebsrat erlangter Beweise

Verstößt der Betriebsrat beim Sammeln von Beweisen gegen geltendes Datenschutzrecht, führt dies – sofern keine Ausnahme vorliegt – zu einem Beweisverwertungsverbot vor den Arbeitsgerichten. Dies hatte das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg bereits am 15. Mai 2014 entschieden (Az. 18 TaBV 828/12 u.a.). Das Bundesarbeitsgericht sollte sich am 22. August 2017 mit der Rechtsbeschwerde des Betriebsrats gegen den Beschluss des LAG befassen (Az. 1 ABR 52/14). Nach einstimmiger Erledigterklärung durch die Parteien wurde der Anhörungstermin nunmehr aufgehoben. Auch ohne höchstrichterliche Entscheidung hat dieser Fall jedoch erhebliche Bedeutung für Betriebsräte und Unternehmen. » Lesen Sie mehr

5
Jul
2017
Starttaste Computer

Bundesdatenschutzgesetz offiziell verkündet – neues BDSG jetzt abrufbar

Am heutigen 5. Juli 2017 wurde das neue, komplett reformierte Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) im Bundesgesetzblatt verkündet. Den kompletten Gesetzestext können Sie hier abrufen. Das BDSG soll das deutsche Recht an die Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anpassen. Der Gesetzgeber stützte sich hierfür auf eine Vielzahl von Öffnungsklauseln in der DSGVO, unter anderem zum Beschäftigtendatenschutz. Die heute im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Neuregelung des BDSG regelt ab dem 25. Mai 2018 zusammen mit der DSGVO den Datenschutz in Deutschland. Umfassende und aktuelle Informationen über das neue BDSG und die DSGVO finden sie auf unserem Hogan Lovells Unternehmensblog hier. Die wichtigsten Bestimmungen des BDSG stellen wir im Folgenden als kurzen Überblick dar: » Lesen Sie mehr

2
Jul
2017
Legal
Tim Wybitul
Arbeitsrecht, Compliance / Frankfurt
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Tim Wybitul

Teure Schadensersatzansprüche wegen Fehlern beim Datenschutz

Nach dem derzeit geltenden Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) drohen Unternehmen keine nennenswerten Schadensersatzansprüche von Arbeitnehmern oder anderen Verbrauchern, wenn sie deren Daten unrechtmäßig verarbeiten. Das ändert sich ab Mai 2018 mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Denn die DSGVO sieht die Erstattung immaterieller Schäden, eine Beweislast des Daten verarbeitenden Unternehmens und Verbandsklagerechte vor. Dies ermöglicht es Arbeitnehmern, Kunden und anderen Verbrachern künftig, erfolgreich Schadensersatzforderungen gegen Unternehmen geltend zu machen.

Lesen Sie hier einen Überblick aus der F.A.Z.-Kolumne “Mein Urteil“. Eine ausführlichere Zusammenfassung für Unternehmen mit Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Schadensersatzansprüchen können Sie bald in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) nachlesen oder bereits jetzt bei unserem Datenschutzteam erfragen.