23
Jun
2017
Ampel

Es geht um die Wurst – Kartellbußgeldverfahren nach der 9. GWB-Novelle

Mit den durch die 9. GWB-Novelle eingeführten Änderungen im Kartellordnungswidrigkeitenrecht beabsichtigt der Gesetzgeber eine Angleichung an das EU-Kartellrecht und weitet die Bußgeldhaftung erheblich aus.

Mit der 9. GWB-Novelle nimmt sich der Gesetzgeber erneut der Schließung der sog. “Wurstlücke” an. Diese Sanktionslücke im deutschen Kartellordnungswidrigkeitenrecht verdankt ihren Namen dem Wurstfabrikanten Tönnies, der sich durch eine geschickte gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung seines Wurstimperiums einem durch das Bundeskartellamt verhängten Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe entziehen konnte. Die wesentlichen Vermögensgegenstände der kartellrechtlich verantwortlichen juristischen Personen wurden auf andere Konzernunternehmen übertragen und die kartellrechtlich verantwortlichen juristischen Personen erloschen. » Lesen Sie mehr

22
Jun
2017
Ampel

Digital ist Trumpf!…

…Marktdefinition und neue Marktmachtkriterien für die digitalen Märkten

9. GWB-Novelle: Deutschland übernimmt Vorreiterrolle bei der Anpassung des Kartellrechts an die Digitalökonomie (Teil 2)

Am 9. Juni 2017 sind mit der 9. GWB-Novelle wichtige Änderungen im deutschen Kartellrecht in Kraft getreten. (Die Highlights der 9. GWB-Novelle finden Sie hier.) Die gezielte Anpassung einzelner Vorschriften des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) an die Herausforderungen der Digitalwirtschaft war ein Schwerpunkt der Reform. Neben der Einführung einer neuen transaktionswertbasierten Aufgreifschwelle in der Fusionskontrolle (siehe dazu hier unseren ausführlichen Beitrag) betreffen diese Neuregelungen insbesondere die kartellrechtliche Behandlung unentgeltlicher Leistungen (z.B. von Social Media-Plattformen) sowie marktbeherrschender Unternehmen, insbesondere im Bereich der Digitalwirtschaft.

Es ist zu erwarten, dass sie in den nächsten Jahren die kartellrechtliche Praxis in Deutschland und Europa prägen werden. Die Vielzahl offener Fragen wird einen erhöhten Abstimmungsbedarf zwischen der Wirtschaft und dem Bundeskartellamt hervorrufen. » Lesen Sie mehr

22
Jun
2017
EU-US

Digitaler Binnenmarkt: U.S. Mandanten diskutieren Auswirkungen für die USA

Anfang der Woche hat Hogan Lovells eine Diskussionsrunde in Washington D.C. zum Thema Digitaler Binnenmarkt in Europa veranstaltet. Trey Hanbury, Falk Schöning und Nils Rauer haben gemeinsam mit einem hochrangig besetzten Panel die Frage „Europe’s New Digital Single Market – Threat or Opportunity for the U.S.?“ debattiert. » Lesen Sie mehr

21
Jun
2017
Ampel

Mind the gap – Neue transaktionswertbezogene Aufgreifschwelle in der Fusionskontrolle

9. GWB-Novelle: Deutschland übernimmt Vorreiterrolle bei der Anpassung des Kartellrechts an die Digitalökonomie (Teil 1)

Am 9. Juni 2017 sind mit der 9. GWB-Novelle wichtige Änderungen für Unternehmen im deutschen Kartellrecht in Kraft getreten. (Die Highlights der 9. GWB-Novelle finden Sie hier.) Die Reform setzt zwei Schwerpunkte: die Umsetzung der europäischen Kartellschadensersatzrichtlinie (für einen ausführlichen Überblick siehe unsere Blog-Beiträge hier) und die gezielte Anpassung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) an die Herausforderungen der Digitalwirtschaft.

Die Neuregelungen betreffen u.a. die Fusionskontrolle, den Umgang mit unentgeltlichen Leistungen (z.B. Social Media-Plattformen) sowie marktbeherrschenden Unternehmen, insbesondere im Bereich der Digitalwirtschaft. Diese Reform kann die kartellrechtliche Praxis in Deutschland und Europa in den nächsten Jahren prägen. Viele Fragen sind allerdings noch offen, insbesondere beim praktischen Umgang mit der neuen transaktionswertbezogenen Aufgreifschwelle in der deutschen Fusionskontrolle. Dies wird zu einem erhöhten Abstimmungsbedarf zwischen der Wirtschaft und dem Bundeskartellamt führen. » Lesen Sie mehr

20
Jun
2017
Ampel

Die Rückkehr der Sippenhaft

Haftung von Muttergesellschaften nach der 9. GWB-Novelle

Das Mittelalter gilt als die Hochzeit der Sippenhaft in Deutschland. Nach dem Prinzip der Sippenhaft mussten Familienmitglieder für Taten ihrer Angehörigen einstehen, gleich ob sie selbst daran beteiligt waren oder nicht. Sippenhaft war also eine Form der Kollektivhaftung. Das Familienmitglied haftete auch dann, wenn es sich selbst nichts hatte zu schulde kommen lassen. Das deutsche Bußgeldrecht und Deliktsrecht für Unternehmen kannten bislang keine Sippenhaft. Hier herrschte unangefochten das gesellschaftsrechtliche Trennungsprinzip. Danach haftet eine juristische Person nur für solche Kartellverstöße, die ihre Organe oder Mitarbeiter in zurechenbarer Weise begangen haben. Für mehr nicht. An dieses Grundprinzip setzt die 9. GWB-Novelle nun die Axt an. Droht der Rückfall ins finstere Mittelalter? Dieser Beitrag widmet sich der Frage, was das neue Recht zur Frage der Konzernhaftung im Bußgeldrecht und Kartellschadensersatzrecht regelt. » Lesen Sie mehr