2
Sep
2020

EEG 2021: Entwurf geht in Ressortabstimmung

Lange erwartet – endlich veröffentlicht: Der Referentenentwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geht in die Ressortabstimmung. Die Reform soll Anfang nächsten Jahres als EEG 2021 in Kraft treten. Erkennbares Ziel der Novelle ist die Beschleunigung des zuletzt stockenden Ökostromausbaus. Bis 2030 soll der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien auf 65% steigen.

Mengenziele für den Windenergie-Ausbau

Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Ausbau der Windenergie an Land erneut deutlich gesteigert werden. Der Referentenentwurf des EEG 2021 sieht vor, das Mengenziel für Onshore-Windkraft auf 71 Gigawatt zu erhöhen. Die jährlichen Ausbauziele liegen mit 4.500 MW für das Jahr 2021 und 5.800 MW für das Jahr 2028 deutlich über dem zuletzt erreichten jährlichen Zuwachs von etwa 1.000 MW.

Schon vor der Einleitung der EEG-Novelle hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Maßnahmen vorgeschlagen, die dem in den letzten Jahren zu beobachtenden und sich stetig verschärfenden Mangel an geeigneten Standorten begegnen sollte. Nun soll die Attraktivität weniger ertragreicher Standflächen in Süddeutschland durch eine Anpassung des Referenzertragsmodells und Einführung einer „Südquote“ gesteigert werden. Hierdurch sollen auch die ungleiche geographische Verteilung und die damit einhergehende Belastung der Netze ausgeglichen werden.

Finanzielle Beteiligung von Bürgern und Kommunen

Die Akzeptanz der Onshore-Windenergie soll zudem durch finanzielle Beteiligung der Kommunen an Windprojekten gesteigert werden. Die jeweiligen Standortkommunen sollen 0,2 Cent je Kilowattstunde für die von Neuanlagen eingespeiste Strommenge erhalten. Rechnerisch ergibt sich so eine jährliche Einnahmequelle von rund EUR 20.000 – ein Anreiz für Kommunen zur Förderung des Windkraftausbaus. Auch für Anwohner sind finanzielle Vorzüge in Form von günstigeren Stromtarifen geplant.

Schutz für Solaranlagenbetreiber

Auch die Solarenergie wird vom Referentenentwurf behandelt. Auch in diesem Sektor soll das EEG 2021 den jährlichen Zuwachs deutlich steigern – auf 4,6 bis 5,6 Gigawatt. Nachdem bereits vor Jahren im Zuge eines Pilotprojektes PV-Freiflächenanlagen einer Ausschreibung unterworfen wurden, folgen nun Ausschreibungen für PV-Dachanlagen mit einer Leistung von mehr als 500kW.

Gleichzeitig begegnet der Referentenentwurf der Sorge vieler Betreiber kleiner Solaranlagen, die in Kürze aus der Förderung fallen würden und für die sich eine eigenständige Direktvermarktung nicht lohnen würde. Bis Ende 2027 sollen Betreiber solcher Anlagen den erzeugten Strom an den Netzbetreiber geben und den Marktwerkt abzüglich der Vermarktungskosten erhalten.