8
Nov
2019

Schutz geografischer Angaben: EU und China beschließen bilaterales Abkommen

Bereits seit über zehn Jahren arbeiten die Europäische Union und die Volksrepublik China im Bereich des Schutzes geografischer Herkunftsangaben zusammen. Nun haben sich beide Seiten auf ein bilaterales Abkommen geeinigt.

Den Abschluss entsprechender Verhandlungen bestätigte die Europäische Kommission mit Pressemitteilung vom 6. November. Das Abkommen trage den auf dem EU-China-Gipfel 2019 eingegangenen Verpflichtungen Rechnung und spiegele die beiderseitige Offenheit und Einhaltung der internationalen Regeln als Grundlage für Handelsbeziehungen wider. Konkret werden durch das Abkommen zunächst 100 europäische geografische Angaben in China sowie 100 chinesische in der EU geschützt. Die Liste der in China zu schützenden Angaben umfasst dabei Erzeugnisse wie Champagner, Feta, Irish Whiskey, Ouzo, Prosciutto di Parma oder Queso Manchego.

Wie bedeutend der Schutz von Herkunftsbezeichnungen für den europäischen Markt ist, zeigten zuletzt die Fälle „Glen Buchenbach“ (siehe dazu unseren Beitrag) oder „Queso Manchego“ (siehe dazu ebenfalls unseren Beitrag). In den letzten Jahren stieg jedoch auch und insbesondere in China die Nachfrage nach authentischen, hochwertigen europäischen Lebensmitteln und Getränken. Nach Angaben der EU-Kommission ist China mittlerweile zweitwichtigster Absatzmarkt für EU-Ausfuhren von Erzeugnissen mit geschützter geografischer Angabe. Mit Blick auch auf die weiterhin enormen Wachstumspotenziale des chinesischen Marktes lobte der zuständige EU-Landwirtschaftskommissar Hogan den Abschluss des Abkommens daher als Gewinn für den europäischen Agrar- und Lebensmittelsektor.

Der erkennbaren Wachstumstendenz trägt letztlich auch das bilaterale Abkommen Rechnung: Vier Jahre nach Inkrafttreten wird sein Geltungsbereich auf jeweils weitere 175 Erzeugnisse mit geografischen Angaben ausgeweitet.