18
Dez
2018

Bundesnetzagentur startet die ersten EEG-Ausschreibungen für 2019

Die Bundesnetzagentur hat gestern die ersten beiden von insgesamt 16 Ausschreibungsrunden für Onshore-Windenergie und Photovoltaik für das Jahr 2019 eröffnet. Bis zum 1. Februar 2019 (24 Uhr) können Angebote bei der Bundesnetzagentur abgegeben werden.

Die Vergabe erfolgt in getrennten Ausschreibungen und zwar, wie gehabt, nach dem so genannten Gebotspreisverfahren. Die Gebote mit dem geringsten Gebotswert erhalten den Zuschlag, bis das Ausschreibungsvolumen von 700 MW für Windenergieanlagen bzw. 175 MW für Solaranlagen erreicht ist. Der Zuschlagswert bestimmt sich für die erfolgreichen Bieter grundsätzlich nach ihrem jeweils gebotenen Preis (pay as bid); Sonderregelungen gelten für Bürgerenergiegesellschaften.

Onshore-Windenergieanlagen

Nach Festlegung der Bundesnetzagentur sollen für Windenergieanlagen an Land in dieser ersten Ausschreibungsrunde 2019 insgesamt 700 MW ausgeschrieben werden. Das Höchstgebot liegt (bezogen auf den Referenzstandort) bei 6,20 ct/kWh, und ist damit nur wenig geringer als der Vorjahreswert von 6,30 ct/kWh. Gebote, die den Höchstwert überschreiten, werden vom Verfahren ausgeschlossen.

Sonderregelungen gelten auch in diesem Jahr für das Netzausbaugebiet Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Nord-Niedersachen. In dieser Region können maximal 154.945 kW bezuschlagt werden. Dies entspricht dem auf diese Ausschreibungsrunde entfallenden Anteil der festgelegten Obergrenze für den Zubau von Onshore-Windenergie im Netzausbaugebiet für das Jahr 2019. Die noch verbleibenden Kapazitäten von 747.055 kW im Netzausbaugebiet werden auf die weiteren Ausschreibungstermine des Jahres verteilt.

Besonderheiten gelten ferner für Bürgerenergiegesellschaften. Nach einer Gesetzesänderung im Juni dieses Jahres müssen diese auch im kommenden Jahr eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorlegen, um sich an Ausschreibungen für Windenergieprojekte zu beteiligen. Abweichend von dem ansonsten geltenden Gebotspreisverfahren richtet sich die Förderung von Projekten von Bürgerenergiegesellschaften, die bei der Ausschreibung einen Zuschlag erhalten haben, nach dem so genannten Markträumungspreis. Dieser entspricht dem höchsten Gebot, das noch einen Zuschlag bekommen hat. Da die Förderhöhe bei Bürgerenergiegesellschaften dementsprechend unabhängig von ihrem jeweiligen Gebot bestimmt wird, welches insofern deutlich geringer ausfallen kann und daher erhöhte Zuschlagschancen hat, findet damit eine Bevorzugung von Bürgerenergiegesellschaften statt.

Solaranlagen

Das Ausschreibungsvolumen für Solaranlagen beträgt in dieser Ausschreibungsrunde 175 MW. Abhängig davon, wann das Energiesammelgesetz in Kraft tritt, kann sich das Ausschreibungsvolumen noch ändern, insbesondere wenn es zu technologieneutralen Innovationsausschreibungen kommt. Der Höchstwert für die jeweiligen Gebote liegt bei 8,91 ct/kWh. Noch in der ersten Ausschreibungsrunde 2018 lag dieser bei nur 8,84 ct/kWh, sodass insofern Steigerungen der Förderhöhe gegenüber den Vorjahreswerten möglich sind.

Auch Gebote für Solaranlagen auf Acker- und Grünflächen in benachteiligten Gebieten sind möglich. Die Landesregierungen von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben entsprechende Verordnungen erlassen. Darin finden sich insbesondere Höchstgrenzen der jährlichen Bezuschlagung solcher Anlagen auf Acker- und Grünflächen. Da die aktuelle Ausschreibungsrunde die erste des Jahres ist, bestehen noch keine Zuschläge aus vorangegangenen Ausschreibungsrunden.