30
Okt
2017
Internet

Datenschutzbehörde veröffentlicht Hinweise zu zielgruppenorientierter Werbung

Am 4. Oktober hat das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (“LDA“) in einer Pressemitteilung Hinweise zur datenschutzrechtlichen Bewertung von einer auf einer Social Media Plattform angebotenen zielgruppenspezifischen Werbemöglichkeit (sog. “Targeted Advertising“) veröffentlicht. Anlass war eine bayernweite Prüfung zur korrekten Nutzung dieses Marketing-Werkezeugs bei 40 Unternehmen. Bei dieser Prüfung stellte das LDA erhebliche datenschutzrechtliche Mängel beim Einsatz von Targeted Advertising fest. Die Pressemitteilung können Sie hier abrufen. » Lesen Sie mehr

30
Okt
2017
Starttaste Computer
Tim Wybitul
Tim Wybitul
Arbeitsrecht, Compliance / Frankfurt
E-Mail: tim.wybitul@hoganlovells.com
Telefon: +49 69 962 36 358
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Tim Wybitul

F.A.Z.-Kolumne “Mein Urteil” – Der neue Beschäftigtendatenschutz nach dem BAG

Bundesarbeitsgericht nimmt Vorgaben des künftigen Beschäftigtendatenschutzes nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung vorweg

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem aktuellen Urteil seine Vorgaben zum Beschäftigtendatenschutz am Arbeitsplatz zusammengefasst. Einen kurzen Überblick aus der F.A.Z. finden Sie hier, einen ausführlicheren Überblick können Sie hier abrufen. Im Ergebnis nehmen die Richter bereits jetzt auch schon die künftigen Vorgaben des Datenschutzes am Arbeitsplatz in Bezug. Denn das BAG sieht die Vorhersehbarkeit einer Kontrolle eines Beschäftigten als maßgebliche Richtschnur für die Zulässigkeit einer solchen Überwachung an. Dies entspricht bereits heute den Maßstäben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Richter wenden in ihrer aktuellen Rechtsprechung bereits die wesentlichen Kriterien der künftigen Rechtslage an, indem sie vor allem die Transparenz der Verarbeitung als wesentliches Kriterium für dessen Zulässigkeit einordnen.

BAG wendet im Ergebnis bereits heute Vorgaben der DSGVO an

Bei der Anwendung des heute noch in § 32 BDSG-alt geregelten Beschäftigtendatenschutzes orientiert sich das BAG erkennbar bereits an den Vorgaben der DSGVO. Nach Erwägungsgrund 47 zur DSGVO sind bei der Frage nach dem Vorliegen eines berechtigten Interesses “die vernünftigen Erwartungen der betroffenen Person” (hier des kontrollierten Mitarbeiters), “die auf ihrer Beziehung zu dem Verantwortlichen beruhen” (dem Arbeitgeber), zu berücksichtigen. “Auf jeden Fall wäre das Bestehen eines berechtigten Interesses besonders sorgfältig abzuwägen, wobei auch zu prüfen ist, ob eine betroffene Person zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten und angesichts der Umstände, unter denen sie erfolgt, vernünftigerweise absehen kann, dass möglicherweise eine Verarbeitung zu diesem Zweck erfolgen wird.” Fehlt es an dieser Vorhersehbarkeit, lässt sich eine Kontrolle oder eine sonstige Datenverarbeitung in aller Regel nicht auf die berechtigten Interessen des Arbeitgebers stützen. Für die Praxis hat das vor allem die Folge, dass Arbeitgeber ein hohes Eigeninteresse daran haben, ihre Mitarbeiter möglichst klar uns transparent darüber zu informieren, wie sie deren Daten verarbeiten.

Fortgeltung der hohen Standards beim Beschäftigtendatenschutz auch nach DSGVO und BDSG-neu

Damit wenden die Bundesarbeitsrichter bereits heute die wesentlichen Vorgaben der DSGVO an. Dies entspricht auch dem Willen des deutschen Gesetzgebers, der in der Gesetzesbegründung zum in § 26 BDSG-neu geregelten künftigen Beschäftigtendatenschutz hervorhebt, dass diese Vorschrift den bisherigen § 32 BDSG-alt fortführen soll. Auch nach dem Willen des Gesetzgebers sollen die hohen Standards fortgelten, die die Arbeitsgerichte bislang zum derzeit noch geltenden § 32 BDSG-alt aufgestellt haben. Einen Überblick über unsere entsprechenden Blog-Beiträge zum bisherigen und dem künftigen Beschäftigtendatenschutz  finden Sie hier.

Praktische Hilfe beim Vorbereiten von Betriebsvereinbarungen nach der DSGVO

Arbeitgeber sind gut beraten, wenn Sie die Anforderungen des BAG auch bei Abschluss von Betriebsvereinbarungen berücksichtigen. Viele Unternehmen verhandeln bereits intensiv mit ihren Betriebsräten über Rahmenvereinbarungen zur Anpassung bestehender Betriebsvereinbarungen an die Vorgaben von Art. 88 DSGVO und § 26 BDSG-neu. Nur wenigen Unternehmen wird es gelingen, jede einzelne Betriebsvereinbarung an das neue Recht anzupassen. Daher ist der Abschluss entsprechender Rahmenbetriebsvereinbarungen in der Praxis oftmals der zweckmäßigere Weg, die neuen Anforderungen sicher umzusetzen.

Gerne teilen wir mit Ihnen unsere Erfahrungen aus entsprechenden Verhandlungen mit Betriebsräten und beraten Sie zu den wesentlichen Anforderungen und Regelungen, die Betriebsvereinbarungen künftig umfassen sollten, um dem neuen Recht zu entsprechen.

27
Okt
2017
Hotel

Erfolg lässt sich gestalten!

Heuer Fach-Dialog Hotelverträge

5. Dezember 2017 | Frankfurt am Main

Hotels sind “hot”! – aber auch nur, wenn die Verträge so gestaltet sind, dass sie von Finanzierern und Investoren akzeptiert werden und auch die Betreiber sie zu leben wissen.

Der Hotelmarkt boomt. Der deutsche Hoteltransaktionsmarkt konnte 2016 mit ca. 5,1 Mrd. EUR Transaktionsvolumen im siebten Jahr in Folge ein Rekordergebnis erzielen. Auch 2017 verspricht ein Rekordjahr zu werden. Vor allem großvolumige Einzeltransaktionen und viele internationale Investoren trugen bis Ende Juni 2017 zu diesem großartigen Ergebnis bei; der Renditedruck ist extrem. Eine Transaktion, über die in der Presse viel berichtet wurde, ist der Verkauf des Motel One Spittelmarkt in Berlin an einen M&G Fund: Einen Ausblick in die Zukunft wagt niemand, aber nichts währt ewig. » Lesen Sie mehr

26
Okt
2017
Contract

Drei Jahre Kündigungsfrist? Zu lang!

Die Industrie beklagt immer öfter, dass in einigen Berufsfeldern ein flächendeckender Fachkräftemangel bestünde. Amtlich bestätigt wird dies durch die Bundesagentur für Arbeit. Häufig wollen Arbeitgeber deshalb ihre Mitarbeiter durch lange Kündigungsfristen an das Unternehmen binden. Doch hält eine mehrjährige Kündigungsfrist einer rechtlichen Überprüfung stand? Hiermit befasste sich das BAG.

» Lesen Sie mehr

25
Okt
2017
Buch aufgeschlagen

Podiumsdiskussion: Brauchen Buchverleger ein eigenes Leistungsschutzrecht?

Anlässlich der Buchmesse in Frankfurt veranstaltete der Deutsche Fachverlag am 12. Oktober 2017 eine Podiumsdiskussion zu dem Thema, inwieweit auch Buchverleger ein eigenes Leistungsschutzrecht benötigen.

Die durchaus lebhafte und konträre Diskussion nahm ihren Ursprung in der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12. April 2016 in dem Verfahren Vogel ./. VG WORT (Az.: I ZR 198/13). Mit dieser Entscheidung sprachen die Karlsruher Richter den Verlegern die Stellung als „Berechtigte“ im Sinne der kollektiven Rechtewahrnehmung ab. Dies mit der Folge, dass die traditionelle Verlegerbeteiligung an Ausschüttungen der VG WORT vor dem Aus stand.

Zwar hat der Gesetzgeber die besagte Verlegerbeteiligung mit dem am 24. Dezember 2016 in Kraft getretenen Gesetz zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung und zur Regelung von Fragen der Verlegerbeteiligung (UrhVergÄndG) in Reaktion auf das BGH-Urteil auf eine neue Grundlage gestellt. Doch basieren die neuen §§ 27 Abs. 2, 27a VGG wiederum auf einem vom Autor abgeleiteten Recht. Aus diesem Grunde wird nicht nur in Verlagskreisen intensiv diskutiert, ob es eines originären Leistungsschutzrechts für Buch Verleger bedarf. Umstritten ist dabei, ob den Verlagen hier bereits mit einem Beteiligungsanspruch sui generis an den Erlösen aus der kollektiven Rechtewahrnehmung gedient sein könnte. Ein solches ist beispielsweise in Art. 12 des Komissionsentwurfs für eine neue Urheberrechtsrichtlinie (COM(2016) 593 final) als Teil der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt vorgesehen. Eng verknüpft mit der Thematik ist auch die mitunter kontrovers geführte Diskussion, woran ein verlegerisches Leistungsschutzrecht anknüpfen könnte. » Lesen Sie mehr