22
Jun
2017
EU-US

Digitaler Binnenmarkt: U.S. Mandanten diskutieren Auswirkungen für die USA

Anfang der Woche hat Hogan Lovells eine Diskussionsrunde in Washington D.C. zum Thema Digitaler Binnenmarkt in Europa veranstaltet. Trey Hanbury, Falk Schöning und Nils Rauer haben gemeinsam mit einem hochrangig besetzten Panel die Frage „Europe’s New Digital Single Market – Threat or Opportunity for the U.S.?“ debattiert.

Nils Rauer eröffnete die Veranstaltung mit einleitenden Worten zum Binnenmarktziel als dem Leitmotiv der europäischen Einigung. Keynote-Speaker Andrea Glorioso, Counsellor for the Digital Economy der Delegation der Europäischen Kommission in den USA, stellte sodann die Kernpunkte der Kommissionsstrategie zur Verwirklichung dieses Binnenmarktes auch in der digitalen Welt vor. Dies führte nahtlos zu einer intensiven Debatte zwischen den einzelnen Diskussionsteilnehmern, ob ein solch grenzenloser digitaler Wirtschaftsraum Chance oder Bedrohung für U.S.-amerikanische Unternehmen bedeutet. Kelsey Guyselman, Beraterin des U.S. Repräsentantenhauses (Committee on Energy and Commerce) hob die Bedeutung fairer Zugangsregelungen für Unternehmen hervor, die ihren Sitz gerade nicht in einem der Mitgliedstaaten der EU haben. Auch Adam Sedgewick, Technology Advisor des Office of Policy and Strategic Planning am National Institute of Standards and Technology (NIST) unterstrich diesen Aspekt und zeigte zugleich vergleichbare Regulierungsansätze in den USA auf. Falk Schöning erläuterte die kartellrechtlichen Implikationen eines digitalen Binnenmarktes. Aus Brüssel heraus berät er vorranging U.S. Mandanten mit Europageschäft. Trey Hanbury, Partner in unserem Washingtoner Büro, regte die Debatte immer wieder durch sehr gezielte Fragen aus spezifischer Sicht U.S.-amerikanischer Unternehmen an.

Der Paneldiskussion schloss sich eine lebhafte Fragerunde aus dem Publikum an. Dabei kristallisierte sich heraus, dass eine Vielzahl der U.S. Unternehmen den Digitalen Binnenmarkt in Europa als Chance begreift. Allerdings besteht eine gewisse Unsicherheit, wann der richtige Zeitpunkt gegeben sein dürfte, um die eigenen Produkte und Services an die kommende digitale Regulierung anzupassen. Einvernehmen herrschte allerdings dahingehend, dass schon heute der Blick auf das zu richten ist, was morgen das eigene Business regulatorisch bestimmen wird.

Weitere Hintergründe zum Digitalen Binnenmarkt finden sich auf unserer Website DSM Watch. Diese enthält unter anderem auch eine Interactive Timeline, anhand derer sich der jeweilige Stand der Gesetzesinitiativen ablesen lässt.