10
Nov
2015

US-Ermittler nehmen Vorstände ins Visier

Bekanntlich verfolgen US-Behörden Unternehmen unnachgiebig, wenn sie gegen amerikanische Gesetze verstoßen. Nicht selten erreichen die gegen einzelne Firmen verhängten Bußgelder dreistellige Millionenbeträge. Amerikanische Ermittlungsbehörden gehen bei Gesetzesverletzungen nun deutlich härter gegen einzelne Personen im Unternehmen vor. Das US-Justizministerium (DoJ) hat kürzlich einen für Unternehmen und deren Führungskräfte entscheidenden Kurswechsel bekannt gegeben. Am 9.9.2015 stellte die stellvertretende Generalanwältin des DoJ, Ms. Sally Yates, neue Leitlinien für US-Ermittler vor. Danach dürfen die Anwälte des Justizministeriums beispielsweise künftig keine Deals mehr mit verfolgten Unternehmen mehr abschließen, bevor diese nicht einen klaren Plan vorlegen, wie sie gegen die für einen Regelverstoß verantwortlichen Personen weiter vorgehen wollen. Vor allem müssen Unternehmen bis hin zur obersten Führungseben offenlegen, welcher Entscheidungsträger für welchen Verstoß eine (Mit-)Verantwortung trägt. Das neue Vorgehen des DoJ kann erhebliche Auswirkungen auf die Vorgehensweise von Unternehmen haben, die in den Fokus von US-Ermittlungen geraten.

In dem Dezemberheft des Compliance-Beraters (CB) finden Sie eine praxisgerechte Übersicht über die neuen Vorgaben der US-Ermittler und ihrer konkreten Folgen für Unternehmen. Diese Zusammenfassung können Sie exklusiv vorab hier abrufen. Der Vorabdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der dtv Mediengruppe. Einen ausführlichen englischsprachigen Überblick zu den neuen Richtlinien des US-amerikanischen Justizministeriums finden Sie hier.

Verfasst von Tim Wybitul (aus der Sozietät ausgeschieden)