30
Sep
2014

6. Hogan Lovells Hotelday: Get-together der deutschen Hotelindustrie

Am 10. und 11. September 2014 fand der 6. Hogan Lovells Hotelday im Sofitel Berlin Kurfürstendamm statt. Auf Einladung von Hogan Lovells in Kooperation mit Jones Lang LaSalle Hotels und Marriott trafen die wichtigsten Player – Banken, Hotelbetreiber, Hotelinvestoren, Franchisegeber und Franchisenehmer – der Hotelindustrie zu ihrem jährlichen Meinungsaustausch zusammen. Insgesamt nahmen knapp 120 Personen am diesjährigen Hotelday teil. Bereits am Vorabend der Konferenz kamen die Teilnehmer auf Einladung von Accor und Union Investment zu einem Dinner zusammen.

Wie es schon fast Tradition ist, wurde der Hotelday durch einen aktuellen Ausblick des Chefvolkswirts der DZ Bank, Herrn Stefan Bielmeier, eröffnet. Herr Bielmeier erläuterte, dass das derzeit schwache Weltwirtschaftswachstum durch die vielen Krisen auf der Welt sowie eine niedrige Kapazitätsauslastung und damit einhergehende niedrige Investitionsquoten bedingt sei. Soweit Wachstum überhaupt vorhanden sei, würde dies auf Aufholeffekten nach der Immobilienkrise beruhen. Mangels Investitionsalternativen – die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen seien so niedrig wie noch nie – bestünde die Gefahr einer neuerlichen Immobilienblase. In Folge der Niedrigzinspolitik der EZB sei das Preisniveau für Immobilien mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau. Lediglich Deutschland würde im Durchschnitt noch ein gesundes Preisniveau aufweisen.

Im Anschluss an Herrn Bielmeiers Blick auf die Weltwirtschaft warf Herr Christoph Härle von Jones Lang LaSalle Hotels einen Blick auf die Hotelmärkte. Hier zeige sich im laufenden Jahr in allen relevanten Hotelmärkten ein steigendes Hotelangebot begleitet von einem steigenden RevPAR. Aus dem Mittleren Osten und aus Asien würden zunehmend Investoren die europäischen Märkte für sich entdecken und in europäische Hotels investieren. Dementsprechend lag das Transaktionsvolumen im 1. Halbjahr 2014 deutlich über dem 10-Jahres Durchschnitt.

Im Anschluss fanden zwei Paneldiskussionen statt. Die erste Diskussionsrunde befasste sich mit dem Thema der Hotelversicherungen. Hier wurde deutlich, wie wichtig eine Abstimmung zwischen Hotelbetreiber und Hoteleigentümer ist, damit einerseits alle denkbaren Schäden versichert werden und im Schadensfall das Hotel einschließlich der Hotelausstattung wieder vollständig hergestellt werden kann, andererseits es aber nicht zu Doppelversicherungen kommt. Die zweite Paneldiskussion befasste sich mit den neuen Strategien der Hotelbetreiber und der Hinwendung wieder zu mehr eigenen Hotels.

Am Nachmittag folgte der Themenblock „Franchise“. Marc P. Werner, der Organisator des Hoteldays und Partner bei Hogan Lovells, referierte aus seiner täglichen Praxis über die Fallstricke bei Franchiseprojekten und wie wichtig es ist, alle beteiligten Parteien – Hoteleigentümer, Hotelbetreiber/Franchisenehmer und Franchisegeber – unter einen Hut zu bekommen und die betreffenden Hotelverträge aufeinander abzustimmen. Wird dies nicht ausreichend beachtet, kann es leicht zu Unklarheiten und fehlender Rechtssicherheit kommen, die im schlimmsten Fall zu Rechtsstreitigkeiten führen. Abgerundet wurde der Hotelday dann wieder mit einer Case Study. Markus Lehnert von Marriott und Ursula Kriegl von Jones Lang LaSalle stellten ein fiktives Hotelprojekt vor, welches im Rahmen eines Franchises betrieben werden sollte. Je ein Vertreter eines Hoteleigentümers, Hotelpächters und Franchisegebers konnten gemeinsam mit dem Auditorium ihre Strategien vorstellen und diskutieren. Wie es auch bei diesem Tagesordnungspunkt schon fast Tradition ist, gab es eine äußerst lebhafte und intensive Diskussion.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Hogan Lovells Hotelday im kommenden Jahr und sind gespannt, welche Themen uns dann beschäftigen werden.